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Filbinger hat sich klar von Öttinger distanziert.

Wie? Der Filbinger ist doch tot! Ja, isser. Aber er war kein Nazi!

Gut, er war wohl Mitglied in NSDAP und SA, er war Marinerichter, der Todesurteile gegen Deserteure beantragte oder unterschrieb, sogar noch kurz vor Kriegsende, wo es für einen echten Nazi nix mehr zu gewinnen gab, vor seinem Herrn. Aber was damals Recht war, war Recht und kann heute nicht Unrecht sein. Sagte sogar der olle Filbinger und blieb bis an sein Lebensende ein verstockter uneinsichtiger Gegner des Naziregimes. Sagt der Öttinger. Das Dummschwätzerle aus Baade-Wirddebärg. Würg. Seines Zeichens Minischterpräsident und CDU-Jockel.

Die anderen aus seiner Partei, der CDU aus Baade-Wirddebärg (für des Schwäbischen nicht Mächtige: Baden-Württemberg) sehen das genau so. Okay, nicht alle, aber viele. Und deshalb waren sie alle da und haben dem verstorbenen Marinerichter und NSDAP-Mitglied Filbinger das letzte Geleit gegeben und seine Verdienste gewürdigt. Die Verdienste für das mörderische Naziregime haben sie nicht gewürdigt. Das tut man nicht. Jedenfalls nicht laut. Also hat man ein wenig Reden gehalten und um den heißen Brei herumgeredet.

Und so hat des Dommschwätzerle Öttinger dem Marinerichter a. D. Filbinger bei der Trauerfeier in Freiburg am Mittwoch bescheinigt, er sei "kein Nationalsozialist" gewesen, sondern "ein Gegner des NS-Regimes". Und: es gebe kein Urteil von Filbinger, "durch das ein Mensch sein Leben verloren" habe. Man hielt also eine traurige Rede und salbte den versorbenen huldvoll.

Dem Filbinger wurde schon zu Lebzeiten übel mitgespielt. Nachdem bekannt wurde, daß er an mehreren Todesurteilen gegen Deserteure mitgewirkt hatte, mußte er als Ministerpräsident seinen Hut nehmen. Der arme alte Mann wurde diesem Makel nie los und hat sich daran bis zuletzt aufgerieben.

Nun endlich, nach seinem Tode sollte er reingewaschen werden. ’s Öttingerle begab sich dazu in die Tradition anderer Dommschwätzer der Südwest-CDU und nahm das NSDAP- und SA-Mitglied Filbinger liebevoll in den Arm. Verbal.

Das hat dann aber hohe Wellen geschlagen im In- und Ausland. Vertreter der Juden in Deutschland fassten sich an den Kopf und konnten es nicht fassen, daß einer so dumm daherschwätzt. Hinterbliebene und noch lebende Gegner des Naziregimes, also die echten, fassten sich auch an den Kopf und kommen sich ziemlich verarscht vor.

Das hat’s Öttingerle nicht bedacht. Hätte er es bedacht, hätte er zwar trotzdem so saudomm dahergschwätzt, aber leise und hinter verschlossenen Türen. Denn daß er es so gemeint hat, wie er's dumm dahergschwätzt hat, hat er ja mehrfach bekräftigt. Überlegt hat er erst, nachdem sie sich alle an den Kopf gefaßt haben und man uns aus dem Ausland schon komisch angeschielt hat. So aus dem Augenwinkel und mit mißstrauischem Blicke. Des kennt dr Schwob. Das ist so vernichtend wie der Blick der einen trifft, der seine Kehrwoche nicht gemacht hat.

Und dann hat’s Öttingerle angefangen, sich zu verteidigen. Das hat ihm aber nix genützt. So wenig wie den Deserteuren, die der Filbinger mit zum Tode verurteilt hat. Aber ’s Öttingerle lebt noch.
Also hat er sich weiter verteidigt. Dann ist ihm aber irgendwann, nachdem was von Rücktritt gerufen wurde, kurz mal ion den Sinn gekommen, sich wohl auch bei anderen Leuten zu beraten und einen Rückzieher zu versuchen.

Und so richtig davon gelaufen vor seinem eigenen dummen Geschwätz ist er erst nachdem man ihm in der Bundes-CDU erzählt hat, daß man es für besser hielte, wenn die Vergangeheit nicht auf diese Weise aufbereitet wird. Schließlich könnte es Stimmen kosten. Das will man aber nicht. Und deshalb sagt des Öttingerle jetzt, daß er alles gar nicht gesagt hat, oder zumindest nicht gesagt haben wollte. Oder so. Es fällt das Zauberwort "Distanzierung".

Damit ist dann auch schon alles gesagt und man sollte die Sache jetzt aber endlich ruhen lassen und zur Tagesordnung übergehen, meinen die Aufatmer in der CDU. Endlich ist es vorbei. Alle sind zufrieden. Sogar der Herr Beck. Und der ist nicht von der CDU. Aber trotzdem ein Dummschwätzer. Der gibt sich nämlich auch damit zufrieden, daß einer, der dumm rausgschwätzt hat und das dumm Rausgschwätzte sogar stur und weiter dumm über mehrere Tage bekräftigt und bestätigt hat, jetzt plötzlich von allem nix mehr wissen will und sich "distanziert".

’s Öttingerle ist ja nicht dumm, denn er isch Schwob, und deshalb weiß er auch, daß man am besten seine Ruhe wiedergewinnt, wenn man sich distanziert, oder, im anderen Fall: seine Kehrwoche rechtzeitig macht. Sich distanziert, selbst wenn man das Gesagte genau so meinte und über mehrere Tage das Dummgeschwätz verteidigt hat.

Des Öttingerle kann nämlich zumindest mir und vielen anderen in diesem Lande nicht erzählen, daß er nicht wußte, von was er redet, und daß er nicht wußte, was der Herr Filbinger für einer war.

Also wird es wohl so sein, daß er einfach nur seine Ruhe haben will, und weiterhin Ministerpräsident bleiben. Und deshalb gibt es jetzt zwischen ihm, dem Öttingerle und dem von ihm reingewaschenen Marinerichter, NSDAP-Mitglied und bekannten Gegner des Naziregimes Filbinger eine Distanz.
17.4.07 20:45
 



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